Samstag, 09 März 2013 07:02
Rehe verenden qualvoll in Zaun an Deich
Mit dem Hinterlauf und dem Kopf hat sich das Reh im Kunststoffzaun verfangen.
Foto: Susanne Risius-Hartwig
Hermann Josef Cordes ist aufgebracht: Immer wieder verletzen sich Rehe und Eulen an einem Zaun am Brualer Deich, berichtet er. Gestern fand ein Radfahrer ein verletztes Tier und befreite es. Eine tote Ricke lag einige Meter weiter im Deichvorland. Auch sie hatte sich im Zaun verfangen.
Mit dem Fernglas ist Cordes gerne in der Natur und beobachtet Tiere. Am Deich zwischen den Schöpfwerken Brual und Diele gibt es eine Stelle, an der die geteerte Straße von einem Kolk auf der linken und einem mobilen Schafzaun aus Kunststoff auf der rechten Seite begrenzt ist. Hier hat Hermann Josef Cordes nach eigenen Worten in den vergangenen Monaten immer wieder tote und verletzte Tiere gefunden: „Ich selbst habe drei tote Rehe gesehen und mehrere Eulen, die sich verheddert haben und qualvoll verendet sind.“
Das gestern befreite verletzte Tier sei ins Deichvorland geflüchtet, berichtet Cordes. Es habe sich die Halsseite so stark aufgerissen, dass es von der benachrichtigten Jägerschaft erlöst werden musste. Cordes ist selber Jäger. Er ist sich sicher: „Die verendete Ricke trug Kitze im Bauch.“
Mehrmals habe er die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland auf dieses Übel hingewiesen, eine Reaktion sei bislang aber ausgeblieben. Auch der Naturschutzbund (NABU) habe keinen Anlass gesehen, aktiv zu werden.
„Es sind zurzeit keine Schafe am Deich, auch in der vergangenen Woche nicht“, hat der Brualer beobachtet. Der mobile Kunststoffzaun habe also nicht zwingend dort stehen müssen.
Cordes kennt den Pächter oder Schäfer nicht, der für diesen Abschnitt zuständig ist. Deichachten sowie Wasser- und Bodenverbände waren gestern nicht mehr zu erreichen. Auch Rhedes Bürgermeister Gerd Conens und Ortsbürgermeisterin Adele Telgen konnten auf Nachfrage keine Auskunft geben. Er habe nicht von vermehrten Beschwerden bei der Gemeinde gehört, so Conens.

