Dienstag, 04 Februar 2014 07:18
Rhede schafft weitere Krippenplätze
Stippvisite zum Start der neuen Kleinkrippe (von links): Silvia Kröger (Erzieherin), Rebecca und Marlon Lange, Claudia Dirksen, Pfarrer Karlheinz Fischer, Rita Pott, Gerd Conens, Jasmin und Jano Stubbe sowie Hermann-Josef Gerdes. Foto: Gerd Schade
(Quelle: Ems-Zeitung)
Gruppe für zehn Kinder gestartet
Rhede. Mit einem verschmitzten Lächeln lugt Marlon Lange aus dem hölzernen Spielhäuschen. Der Zweijährige sammelt erste Erfahrungen in der Kleinkrippe im Rheder Kindergarten Westeresch, die dort am Montag ihren Betrieb aufgenommen hat. Damit verfügt die Einheitsgemeinde nunmehr über drei Krippengruppen.
Mit dem zusätzlich geschaffenen Betreuungsangebot für zehn Kleinkinder habe die Gemeinde kurzfristig und flexibel auf die seit dem vergangenen Herbst überraschend gestiegene Nachfrage reagiert, sagte Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) bei einer Stippvisite in der neuen Krippe. „Wir stellen uns den veränderten Anforderungen und registrieren, dass immer mehr Eltern ihre Kinder wegen der hohen Qualität unserer Kindergärten auch gern in der Krippe unterbringen.“ Die knapp 4500 Rheder verfügen über zwei Kindergärten (St. Nikolaus und Westeresch). Beide sind in kirchlicher Trägerschaft. Die beiden anderen Krippengruppen mit 15 Plätzen beziehungsweise 12 Plätzen wurden im St.-Nikolaus-Kindergarten eingerichtet.
Marlons Mutter Rebecca Lange kommt der zusätzliche Krippenplatz gerade recht. „Ich fange wieder an zu arbeiten“, sagt sie. Zur Eingewöhnung verbrachte Lange mit ihrem Sohn am Montag zunächst nur eine Stunde in der neuen Gruppe, die nach den Worten der Kindergartenleiterin Rita Pott im bisherigen Multifunktionsraum im Obergeschoss des Kindergartens eingerichtet wurde – inklusive Küchenzeile sowie kleinkindgerechten sanitären Anlagen und Wickelmöglichkeit nebenan. Die Einrichtungskosten beziffert der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Hermann-Josef Gerdes, auf knapp 16 000 Euro. Conens zufolge wurde das Angebot in enger Abstimmung mit der Kirchengemeinde, dem Bistum Osnabrück, dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Emsland geschaffen.
Um die Krippe nicht nur räumlich, sondern auch personell auf sichere Füße zu stellen, wurde eine Erzieherin mit Krippenerfahrung aus dem St.-Nikolaus-Kindergarten herübergeholt, die von einer Kollegin unterstützt wird. Die Stellen wurden ersetzt. So seien durch die Krippe indirekt zwei neue Kräfte eingestellt worden, sagt Gerdes.
Wie Erzieherin Claudia Dirksen erläutert, wird in der Krippe nach dem sogenannten Berliner Eingewöhnungsmodell gearbeitet. Demnach werden die Kinder buchstäblich stundenweise an ihr neues Umfeld gewöhnt – zunächst mit den Eltern, die sich dann nach und nach rarer machen. „Die Kinder müssen erst einmal ankommen und wir langsam eine Beziehung zu ihnen aufbauen“, skizziert Dirksen den Loslöseprozess. Es scheint zu funktionieren. Marlon Lange jedenfalls flitzt nach einem Blitzbesuch auf Mamas Schoß wieder schnell ins Spielhäuschen.

