Dienstag, 24 Juli 2012 05:58
Breitband-Internet: Rhede setzt auf Funk
„Auf einen Schlag akzeptable Verbindung für komplette Gemeinde“ – Emsstraße wird saniert
Rhede. Mit dem „Ja“ zu einer Funklösung für eine bessere Versorgung mit Breitband-Internet sowie der Zustimmung zur Komplettsanierung inklusive Rückbau der Emsstraße hat der Rat der Gemeinde Rhede in seiner letzten
Sitzung vor der Sommerpause wegweisende Beschlüsse gefasst.
Das Kommunalparlament entschied sich für die Offerte eines Netzanbieters, der nach Angaben der Verwaltung für das gesamte Gemeindegebiet eine Funklösung offeriert, die nahezu flächendeckend eine Versorgung mit DSL 2000 und höher garantiert. Der einmalige Anschlusspreis pro Haushalt beläuft sich laut Verwaltung auf knapp 100 Euro bei monatlichen Kosten (Flatrate) zwischen knapp 30 und knapp 45 Euro. Für Firmenkunden gelten andere Konditionen. Der Anschluss ist freiwillig.
Ministerium stopft Lücke
Den Großteil der Wirtschaftlichkeitslücke, die dem Anbieter durch die Anschlüsse entstehen, trägt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium. Für Rhede würde nach den Worten von Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) eine Lücke von rund 53 000 Euro entstehen. Zehn Prozent des Deckungsdefizits muss die Gemeinde übernehmen. Bei kabelgebundenen Breitband-Lösungen seien die Wirtschaftlichkeitslücken weitaus höher, sodass erst gar nicht mit einer Förderung durch das Ministerium zu rechnen sei, hieß es in der Ratssitzung.
Conens zufolge könnte das Rheder Vorhaben Modellcharakter für das gesamte Emsland haben. Für einen vergleichsweise geringen Betrag bestehe die Möglichkeit, eine komplette Gemeinde „auf einen Schlag“ mit einer akzeptablen Breitbandverbindung zu versorgen. Das Projekt muss bis Jahresende umgesetzt werden.
Fahrban wird schmaler
Tiefer als für das Breitband-Internet per Funk muss die Kommune für die Sanierung und den Rückbau der Emsstraße in den Gemeindesäckel greifen. Ihr Anteil an den veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von rund 450 000 Euro beläuft sich auf etwa 155 000 Euro. Den Löwenanteil trägt der Landkreis Emsland.
Die Bagger sollen laut Conens nach dem Rheder Markt im September anrollen. Geplant sind unter anderem eine neue Asphaltdecke und eine schmalere Fahrbahn mit Parkbuchten beim Landwirtschaftsmuseum sowie Querungshilfen zum alten Emsarm. Überdies soll die Radweglücke in Richtung Burgstraße geschlossen werden.
Conens bescheinigte dem Vorhaben Dorferneuerungscharakter. Sein Allgemeiner Vertreter Hermann-Josef Gerdes sprach mit Blick auf die Planungen von einer „schönen Visitenkarte für den Ortskern“. Die Arbeiten sollen – entsprechend günstige Witterung vorausgesetzt – im November abgeschlossen sein.

